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Hufe – Spiegel der Ernährung!

Eine Unterversorgung an Nährstoffen ist nicht der einzige Auslöser für eine schlechte Hufqualität und langsames Hufwachstum, sicherlich spielen genetische Veranlagungen, Hufbearbeitung und auch Haltung und Pflege dabei eine große Rolle.

Jedoch ist die Nährstoffversorgung nicht zu unterschätzen und kann selbst bei ungünstigen genetischen Voraussetzungen die Hufqualität positiv unterstützen. Denn eine bedarfsgerechte Ernährung ist ein wesentlicher Faktor für gute und stabile Hufe. Wissenschaftlich ist es mehrfach bewiesen, dass eine bedarfsgerechte Zufuhr an Nährstoffen ausschlaggebend für eine gute Hufhornqualität ist.

Eiweiß (Protein) und schwefelhaltige Aminosäuren:

Die Hufwand ist im Wesentlichen aus Struktur-Proteinen (Eiweiß) aufgebaut – Keratin. Wie alle Proteine wird Keratin aus einer Verbindung von verschiedenen Aminosäuren hergestellt. Dabei sind die Aminosäuren Alanin, Glycin und die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein (hergestellt aus Methionin) und Methionin von großer Bedeutung. Alanin und Glycin sind keine essentiellen Aminosäuren und können leicht aus anderen Nährstoffen hergestellt werden (u.a. aus Pyruvat und einer Methylgruppe). Jedoch ist Vitamin B6 (Pyridoxin) für diese Reaktionen erforderlich. Anders ist dies bei Methionin, die zu den essentiellen Aminosäuren gehört. Diese wird als essentiell bezeichnet, da Methionin nicht im Körper gebildet werden kann, sondern über die Ernährung aufgenommen werden muss. Cystein, eine schwefelhaltige Aminosäure mit großer Bedeutung für den Huf kann wiederum nur aus der essentiellen Aminosäure Methionin hergestellt werden. Das heißt sowohl die Gesamteiweißversorgung des Tieres als auch die Aufnahme an den essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin haben einen Einfluss auf das Hufwachstum und auf die Hornqualität, aber auch B-Vitamine sind daran beteiligt.

Was passiert im Organismus, wenn zu wenig schwefelhaltige Aminosäuren gefüttert werden?
Liegt ein Mangel an schwefelhaltigen Aminosäuren vor, kommt es zu einer Reduzierung der Disulfidbrücken in den Keratinen der Hufhornzellen. Dies führt zu einer verringerten Widerstandsfähigkeit des Hufes. Auch wird bei einem Mangel weniger Hufhorn gebildet. So ist zu erklären warum ein Nährstoffmangel die Hufqualität einschränken kann. Diese sind unter anderem:

• Eine generelle Unterversorgung an Eiweiß:
Kann bei einer reinen Heufütterung vorkommen, wenn das Heu einen geringen Anteil an Protein enthält, welches bei einem späten Schnitt möglich ist. Auch bei einer Diät, wenn Heu eingeschränkt werden muss, um eine Gewichtsabnahme zu ermöglichen ist dies in der Praxis häufig zu finden.
• Mangel an Methionin
• Mangel an Lysin als erste limitierende Aminosäure (kann sich einschränkend auf die gesamte Eiweißsynthese auswirken)
• Mangel an Vitamin B6

In Verbindung mit der Vitamin B6 Versorgung ist zu beachten, dass ein gesundes Pferd Vitamin B6 im Darm selbst herstellen kann. Kommt es jedoch zu Darmstörungen oder zum Nährstoffmangel, der wiederum die Darmfunktion hemmen kann, ist eine zu knappe Versorgung an Vitamin B6 eine nicht zu unterschätzende Einschränkung der Nährstoffversorgung in Bezug auf die Hufqualität.

Zink und Kupfer

Zink ist ein Spurenelement, welches für viele Enzyme essentiell ist. Zink ist unentbehrlich für alle wichtigen Stoffwechselprozesse im Kohlenhydratstoffwechsel, Fettstoffwechsel und Eiweißstoffwechsel. U.a. ist es mitverantwortlich für die Geschwindigkeit der Zellteilung und der Zellreifung. Kein Wunder, dass Zinkmangel sich schnell negativ auf die Hornqualität und das Hufwachstum auswirken kann. Wissenschaftlich konnte nachgewiesen werden, dass Pferde mit defektem Horn geringere Zinkgehalte im Hufhorn aufweisen, als Pferde mit gesunden Hufen. Ein Zinkmangel kann generell zu Störungen der Keratinbildung führen und sich am Pferd durch brüchige und schwache Hufe äußern.
Ein Mangel an Zink kommt nicht nur zustande, wenn zu wenig Zink im Futter vorhanden ist, sondern auch durch Antagonisten (Gegenspieler), die die Zinkaufnahme im Körper hemmen. Eine solch hemmende Wirkung auf die Zinkaufnahme im Organismus tritt häufig durch hohe Eisenmengen im Heu oder Wasser auf, aber auch hohe Mengen am Mineralstoff Calcium können zu einer Unterversorgung an Zink führen.
Achten Sie bei der Ergänzung von Zink außerdem immer darauf Verbindungen einzusetzen, die der Organismus gut verwerten kann. Anorganische Verbindungen wie z.B. Zinkoxid ist zwar billig, kann aber vom Körper kaum genutzt werden. Wir setzen in unseren Präparaten deswegen konsequent ausschließlich auf organische Verbindungen (Aminosäurenchelate), da diese sich nicht nur vom wissenschaftlichen Standpunkt her bewährt haben, sondern wir auch selbst durch eigene Erfahrungen davon überzeugt sind.

Kupfer ist ebenfalls wie Zink an zahlreichen Enzymen beteiligt. Besonders zu beachten in Bezug auf die Hufqualität ist Kupfer als Aktivator des Enzyms, welches die Schwefelbrücken der Keratinstränge verbindet. Aus unserer Erfahrung ist deshalb die tägliche Versorgung mit einem ausgewogenen Verhältnis an gut verwertbarem und organisch gebundenem Zink und Kupfer unerlässlich für gesunde und kräftige Hufe.

Selen

Selen wird häufig nur als Gefahr für den Huf betrachtet, da es in der Überversorgung zu Störungen der Keratinsynthese führen kann. Viele Pferde sind aber an Selen unterversorgt. Im Mangel kann es den Huf negativ beeinflussen, da Selen ein wichtiges Antioxidans (Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase) ist und auch ein Schutz für wertvolle Fette, die wiederum wichtig für die Hufelastizität sind. Ebenfalls spielt auch aus diesem Grund Vitamin E eine wichtige Rolle.

Biotin (Vitamin H)

Biotin ist wichtig als Enzym für die Carboxylierungsreaktionen und somit essentiell für die Epidermiszellen. Dies erklärt warum Biotin die Hufhornqualität positiv beeinflussen kann. Wissenschaftlich konnte bewiesen werden, dass langfristige Gaben von Biotin (mind. über 5 Monate) einen deutlich positiven Effekt auf die Hufhornqualität zeigten. Selbst wenn bei den Tieren kein Biotinmangel festgestellt wurde, so verbessert die langfristige Supplementierung von Biotin die Hufe. Aus diesem Grund setzen wir sowohl im OrthoBalance und im OrthoComplex 711 als auch im OrthoIndivduell stets eine für den Huf wirksame Konzentration an Biotin ein (200.000 mcg je kg). Dadurch wird die Hufqualität täglich unterstützt und optimiert.

Essentielle Fettsäuren – nicht vernachlässigen!

Die äußerste Schicht der Hufwand (Stratum externum) enthält neben Keratin eine Vielzahl von Fetten. Diese sind u.a. für die natürliche Feuchtigkeit und Widerstandskraft des Hufes gegenüber Umwelteinflüssen verantwortlich. Die Hufwand enthält einen hohen Anteil an den essentiellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Diese werden als essentielle bezeichnet, da diese Fettsäuren vom Organismus nicht selbst hergestellt werden können, sondern über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Beim Pferd gibt es leider wenige wissenschaftliche Untersuchungen über die Hufgesundheit in Bezug auf die Fettsäurengabe. Eine interessante wissenschaftliche Untersuchung zeigt aber bei Rindern, dass sich die Zusammensetzung der Fettsäuren bei lahmenden Tieren im Horn der Klauen deutlich unterscheidet von jenen der gesunden Tiere. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Ergänzung von essentiellen Fettsäuren gerade bei spröden Hufen, die zu Rissen neigen, eine Verbesserung bringen kann.

Die Versorgung an Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren ist bei Pferden, die frisches Gras aufnehmen können gedeckt. Arm an diesen essentiellen Fettsäuren ist hingegen Heu und Getreide, so dass je nach Jahreszeit und Fütterung mit Engpässen in der Versorgung an essentiellen Fettsäuren zu rechnen ist. Betrachtet man die Zusammensetzung dieser Fettsäuren im Gras, so enthält Gras weit mehr Omega-3 Fettsäuren als Omega-6 Fettsäuren. Ungefähr 6 bis 20 mal soviel Omega-3 als Omega-6 Fettsäuren. Aufgrund dieser natürlichen Gegebenheiten und der Funktion derjenigen Fettsäuren im Körper empfehlen wir je nach Jahreszeit und Fütterung die Ration des Pferdes mit Leinöl zu ergänzen, da dieses eines der wenigen Öle ist mit einem höheren Anteil an Omega-3 Fettsäuren als Omega-6 Fettsäuren. Für ein Pferd mit 500 kg Körpergewicht sind Einsatzmengen von ca. 50 ml (bei gleichzeitigen Hautproblemen bis 100 ml) am Tag sinnvoll, für die unterstützende Verbesserung der Nährstoffversorgung in Bezug auf die Hufqualität. Achten Sie beim Kauf auf abgedunkelte Gebinde, Kaltpressung und Lebensmittelqualität, da die essentiellen Fettsäuren empfindlich sind gegen Eintritt von Luft und Licht.

Zusammenfassend empfehlen wir bei schlechter Hufqualität und mangelndem Wachstum also auf jeden Fall die Ernährung des Pferdes zu überprüfen und die Vitalstoffversorgung zu optimieren.
Unsere Präparate zur täglichen Mikronährstoffversorgung (Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, essentielle Aminosäuren) OrthoComplex 711, OrthoBalance oder OrthoIndividuell sind deshalb alle mit einem hochverfügbaren Nährstoffkomplex speziell zur Optimierung der Hufqualität abgestimmt. So verfügen diese über eine hohe Konzentration an Biotin, den essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Threonin, Vitamin E, Magnesium, organisch gebundenes Zink, Selen und Kupfer und runden somit nicht nur den täglichen Grundbedarf an Mikronährstoffen ab, sondern liefern eine Extra-Versorgung für Hufe, Haut und Haar. Wir freuen uns deshalb auch immer wieder von unseren Kunden  Feedback zu bekommen, dass sich die Hufqualität wesentlich verbessert hat.

Gerne möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Huf und Haar immer auch ein Spiegel der Ernährung des Pferdes sind. Beachten Sie an dieser Stelle bitte, dass der Darm gerade an der Nährstoffaufnahme, Nährstoffabsorption und auch Synthese wesentlich beteiligt ist. Wenn Ihr Pferd also Störungen im Darm hat oder trotz hochwertiger Mikronährstoff-Versorgung der Huf noch nicht optimal ist, empfehlen wir immer begleitend über 6 Monate die Gabe von DarmSpezial Plus . Dadurch wird die Nährstoffverwertung über den Darm unterstützt, so dass der Organismus die aufgenommenen Nährstoffe besser ausnutzen kann. Bei schwerwiegenden Hufproblemen, hat es sich also sehr bewährt unsere Mikronährstoffpräparate mit DarmSpezial Plus zu kombinieren.