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Magnesium – das „Gelassenheits-Mineral“ bei Schreckhaftigkeit und zur Förderung einer lockeren Muskulatur und einem guten Zuckerstoffwechsel

Magnesium gehört zu den Mengenelementen und übernimmt zum Teil ähnliche Aufgaben wie Calcium und Phosphor im Stoffwechsel.

Magnesium und ist ein wichtiger Aktivator zahlreicher Enzymsysteme. Es ist an allen ATP- abhängigen Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt und für dessen Synthese und Speicherung unerlässlich. Ist die intrazelluläre Konzentration von Magnesium zu gering, kommt es zu einer Verlangsamung der Energiebereitstellung, da ATP eine der wichtigsten „Energieverbindungen“ im Körper ist. Somit kommt es bei Magnesiummangel zu Einschränkungen der Glykolyse (Energiespeicherung und Energiebereitstellung in Muskelzellen) und des Eiweißstoffwechsels.
Magnesium ist unerlässlich für die Produktion von Protein, Kohlenhydraten, ebenso von Lipiden, DNA, RNA und dem Antioxidans Glutathion.
Jahrelang wurde dieser wichtige Mineralstoff in der Pferdefütterung wenig beachtet, ein Glück für Pferd und Reiter, dass heutzutage das Wissen und die Beachtung von Magnesium in der Ernährung des Pferdes zugenommen hat.

Starke Knochen und gute Zähne

Eine wichtige Funktion hat Magnesium als Baustoff für Knochen und Zähne. Gemeinsam mit Kalzium und Phosphor ist Magnesium für die mechanische Belastbarkeit des Skeletts verantwortlich. Das Skelett enthält zwar sehr viel mehr Kalzium als Magnesium, aber ohne Magnesium ist keine ausreichende Mineralisierung und Erhalt des gesunden Knochens möglich.

Aktive und belastbare Muskulatur

Bei uns Menschen kennen wir das Phänomen, dass ein Magnesiummangel schnell zu Muskelkrämpfen (z.B. Wadenkrämpfen) führen kann. Die Wirkung von Magnesium auf die Muskelkontraktion und Stabilisierung der Membrane ist längst wissenschaftlich nachgewiesen und Magnesium altbewährt, um die Muskulatur geschmeidig und entspannt, aber bei Bedarf auch aktiv zu halten. Eine optimale Magnesiumergänzung ist somit fast schon ein „Muss“ für Pferde, die viel bewegt werden und wenn Einschränkungen in der Bewegungsfreude und Rittigkeit verhindert werden sollen.
Magnesium ist ein physiologischer Gegenspieler von Kalzium und verhindert somit als Kalzium-Gegenspieler auch eine Kalziumüberladung der Herzmuskulatur. Somit ist Magnesium sehr wichtig für den Herzmuskel.

Gelassenheit und starke Nerven

Ebenfalls wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass ein niedriger Magnesiumspiegel bei uns Menschen zu Verhaltensstörungen bis hin zur Hyperaktivität führen kann. Auch Pferde profitieren bei Schreckhaftigkeit und Ängsten davon, wenn man Magnesium zufüttert. In der Praxis zeigen sich durch die Gabe von Magnesium bei Pferden bemerkenswerte Verbesserungen, wenn Pferde Überreaktionen zeigen bei lauten Geräuschen oder sehr berührungsempfindlich sind. Magnesium zeigt deutliche Verbesserungen bei Pferden die vor allem erschrecken und fördert deutlich die Gelassenheit des Pferdes.
Leider kann das Tier nicht mit uns sprechen. Vom Menschen ist aber eindeutig bewiesen, dass ein Mangel an Magnesium innere Unruhe, eine geringe Stresstoleranz, Kopfschmerzen und Ängste auslösen kann. Durch eine passende Verabreichung können diese Mangelsymptome behoben werden. Aufgrund des Verhaltens der Pferde kann festgestellt werden, dass die Gabe von Magnesium bei vielen Tiere eine erhebliche Verbesserung des gesamten Wohlbefindens auslösen kann.

Darmstörungen können einen erhöhten Bedarf an Magnesium auslösen

Pferde haben einen sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt und Darmerkrankungen bis hin zum Kotwasser sind heute häufig anzutreffen. Hier kommt es häufig zu einem vermehrten Magnesiumverlust, so dass je nach Schwere und Dauer der Probleme im Magen-Darm-Trakt eine zusätzliche Ergänzung mit Magnesium sinnig ist, um einen Mangel zu vermeiden.

Magnesium – ein unerlässlicher Mineralstoff für stoffwechsel – und reheempfindliche Pferde

Eine ausreichende Gabe von Magnesium ist für stoffwechselempfindliche Pferde mit Neigung zur Insulinresistenz (Equinem Metabolischen Syndrom) unerlässlich, denn Magnesium ist sowohl am Metabolismus der Glukose als auch an der Insulinsensitivität beteiligt. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass ein niedriger intrazellulärer Magnesiumspiegel das Risiko erhöht, dass eine Insulinresistenz entstehen kann. Aber auch eine bestehende Insulinresistenz kann einen niedrigen Magnesiumgehalt in den Zellen auslösen. Deshalb ist gerade auch bei stoffwechselempfindlichen- und reheempfindlichen Pferden die Magnesiumversorgung zu beachten.

Wann braucht das Pferd ein gewisses „Mehr“ an Magnesium (Mehrbedarf), bzw. wann ist mit Störungen im Magnesium-Haushalt zu rechnen?

1.) Schwitzt das Pferd vermehrt, kommt es zu Magnesiumverlusten über den Schweiß. Das heißt während allen Situationen des vermehrten Schweißverlustes ist mit einem erhöhten Bedarf an Magnesium zu rechnen:
• Leistungssport
• Ausdauerleistung
• aufgeregte Pferde die schnell Schwitzen
• Stress

2.) Zu vermehrten Verlusten an Magnesium kann es auch bei Resorption-Störungen im Magen-Darm-Trakt kommen, die generell bei Erkrankungen im Verdauungstrakt auftreten:
• Diarrhöe (Durchfall)
• Kotwasser

3.) Zu wenig Magnesium in der Fütterung
• Geringe Magnesiumgehalte im Grundfutter
• Hohe Gehalte an Kalzium
• Erhöhte Aufnahme von Eiweiß

Aber auch eine Belastung mit Schwermetallen, psychischer Stress oder ein Mangel an B-Vitaminen kann den täglichen Bedarf an Magnesium erhöhen.

Magnesiummangel äußert sich durch sogenannte Mangelsymptome:

Allgemein kann ein Mangel an Magnesium zu Nervosität, Unruhezuständen und Ängsten führen. Oft neigen diese Pferde zu Schreckhaftigkeit oder vermehrten Verspannungen. Im Darm kann ein Mangel an Magnesium zu kolikartigen Spasmen (Krämpfen) führen. Aber auch Kreislaufprobleme können durch einen Mangel an Magnesium ausgelöst werden.

Blutanalyse?

Die Versorgung mit Magnesium lässt sich nur bei einer extremen Unterversorgung im Plasmaspiegel ablesen, genauso wie auch eine extreme Magnesiumüberversorgung, die in der Praxis selten vorkommt. Momentan sind leider keine Bluttests möglich, die eine bessere Einschätzung zulassen, denn Pferde reagieren oft schon mit geringen Einschränkungen in der Magnesiumversorgung und nicht erst bei einem gravierenden und langfristigen Mangel.

Eine sehr zuverlässige Einschätzung der Magnesiumversorgung bietet die Untersuchung des Grundfutters auf die enthaltenen Mineralstoffe. Auch ob mögliche Wechselwirkungen mit anderen Mineralstoffen vorliegen, können durch Grundfutteranalysen sehr zuverlässig ermittelt werden. Mit Hilfe der Analysen und Rationsberechnungen kann ziemlich genau die notwendige Menge an Magnesium bestimmt werden, die das Wohlbefinden des Tieres unterstützt. Hierbei kann sowohl der Gehalt an Magnesium als auch der Gehalt an Kalzium festgestellt werden. Viele Pferde profitieren nicht nur durch eine bedarfsgerechte Ergänzung, sondern auch durch ein optimales Verhältnis von Kalzium : Magnesium von 2 : 1 in der Gesamtration.

Magnesium – richtig dosiert

Pferde mit Magnesiummangel reagieren positiv auf eine Gabe von 5 bis 10 g Magnesium pro Tag (Werte für ein Großpferd mit ca. 500 bis 600 kg).
Wenn Sie Ihrem Pferd Magnesium zufüttern möchten, dann beachten Sie die Menge an Magnesium die über das Mineralfutter kommt und geben dann noch zusätzlich Magnesium zu, bis Sie die oben genannte Empfehlung erreichen. Letztendlich ist jedes Pferd und Pony ein Individuum. Liegt ein Mangel an Magnesium vor, werden sich die Pferde durch eine Ergänzung innerhalb von Tagen bzw. weniger Wochen besser fühlen.

Überlassen Sie nichts dem Zufall – 2 wichtige Schritte zu einer optimalen Magnesiumversorgung:

1.) Füttern Sie ganzjährig ein zum Pferd, Haltung und Ernährung passendes Mikronährstoffpräparat, um Mängel an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen zu vermeiden und gleichzeitig ein gutes Gleichgewicht an Spurenelementen und Mineralstoffe zu sichern.
2.) Ergänzen Sie zusätzlich Magnesium, falls ein Mehrbedarf besteht.

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